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Konditoren Summit 2026: Drei Tage Berlin, die bleiben

vor 5 Stunden
5 Min. Lesezeit

Wer am 4. September im Radialsystem Berlin dabei war, weiß, wie sich das angefühlt hat. Wer nicht dabei war, bekommt hier einen Eindruck davon und vielleicht Lust auf 2028.


Vom 3. bis 5. September 2026 fand im Radialsystem Berlin der Konditoren Summit 2026 statt. Knapp 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, mehr als 40 Kooperationspartner, sechs Speaker und drei Tage, die das Konditorenhandwerk so schnell nicht vergessen wird.


Foto: Claudius Pflug, Berlin


„Stell dir vor, die Zukunft wird wunderbar – und du bist schuld.“


Mit diesem Satz eröffnet Christoph Krause seinen Vortrag. Der Digitalisierungsexperte vom Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk räumt von der ersten Minute an mit einem Mythos auf: Künstliche Intelligenz ist keine Sache für Konzerne. Sie ist Mathematik. Und sie beginnt, sagt Krause, immer beim echten Schmerz im Betrieb. Was wäre, wenn Reden das neue Tippen wäre? Zweieinhalbmal so schnell. Aus einer Sprachnachricht wird ein fertiges Angebot. Aus einem Tagesablauf wird ein Produktionsplan. Was wie Zukunftsmusik klingt, ist heute schon möglich und das das macht er live und vor Ort deutlich.


Foto: Deutscher Konditorenbund


Aus 900 Einwohnern. Mehr als eine Million Zuschauer


Axel Schmitt kommt aus Frankenwinheim. Knapp 900 Einwohner, zwischen Schweinfurt und Würzburg. Und er hat auf Social Media kumuliert über eine Million Menschen erreicht. Der World Baker of the Year 2022 und offizielle Wacken-Bäcker stellt die Frage, die im Handwerk selten so laut gestellt wird: Wann hast du das letzte Mal gedacht ich kann mehr? Seine Antwort ist nicht theoretisch. Sie ist sein Leben, seine Leidenschaft und der Grund warum er heute doch wieder seinem Traum folgend auf der Bühne Schlagzeug spielen kann. Handwerk in vierter Generation, entstaubt, sichtbar gemacht, mit Gesicht und Emotion versehen. Wer zuhört, möchte direkt nach Hause fahren und sein Instagram-Profil neu aufsetzen.


Foto: Claudius Pflug, Berlin


Mittelstand statt Konzern und trotzdem 760 Restaurants


Andreas Bork, CEO von Burger King Deutschland, betritt die Bühne und stellt klar: Burger King ist kein Konzern. Es ist ein Verbund von 105 mittelständischen Unternehmern, im Schnitt sechs Restaurants pro Franchisepartner. Was das mit dem Konditorenhandwerk zu tun hat? Mehr als man denkt. Im Kalender denken. Alle Preispunkte besetzen. Alle Touchpoints bespielen. Immer etwas Neues, immer sichtbar, für jeden Geldbeutel. Drei Hebel, sagt Bork, die alle nutzen können, egal ob 760 Restaurants oder eine Konditorei in der Innenstadt.


Foto: Claudius Pflug, Berlin


Von Saarbrücken bis in die Food Halls von Harrods


Markus Bohr hat in der elterlichen Konditorei in Saarbrücken angefangen. Heute leitet er als Executive Pastry Chef die gesamte Patisserie und Bäckerei von Harrods in London. 22 Restaurants, eine eigene Chocolaterie, Kooperationen mit Fendi, Tiffany, Moët & Chandon und Dior. Die Weihnachtsübernahme durch Dior 2022 war „das größte Unterfangen“ seiner Karriere. Was er dem Publikum mitgibt: Kollaboration ist kein Kompromiss. Sie ist Identität, die sich erweitert. Und Marke entsteht nicht im Alleingang, sie entsteht in Partnerschaften mit denen, die dieselben Werte teilen.


Foto: Claudius Pflug, Berlin


Marke ist nicht das Logo


Stephan Schmidt von Schmidt Concierge in München sagt es direkt: Marke ist das Bild, das entsteht, wenn jemand an Sie denkt. Nicht das Logo, nicht der Instagram-Account, nicht die Verpackung allein, sondern das Mosaik aus tausend kleinen Entscheidungen jeden Tag. Gute Produkte gibt es viele. Was bleibt, ist das Bild. Wer das verstanden hat, führt seinen Betrieb anders. Und übrigens, sagt Schmidt, gilt das genauso für potenzielle Auszubildende wie für Gäste.


Foto: Deutscher Konditorenbund


Warum ausgerechnet Sie?


Carola Athmann von Athmann und Athmann Berlin beginnt mit einer Frage, die sitzen bleibt: Warum kommen Ihre Kundinnen und Kunden gerade zu Ihnen? Warum gehen sie nicht zwei Straßen weiter oder bestellen online? Die Antwort ist selten das Produkt allein. Sie ist das Erlebnis. Die Begrüßung, der Blickkontakt und die drei Sekunden, in denen jemand spürt: Ich werde gesehen. „Freundlichkeit ist kein Kuschelfaktor“, sagt Athmann. Sie ist Wiederkehr, Empfehlung und Vertrauen. Und sie kostet nichts außer Aufmerksamkeit.


Foto: Claudius Pflug, Berlin


Die abschließende Podiumsdiskussion, moderiert von DKB-Präsidentin Bettina Schliephake-Burchardt, brachte Markus Bohr, Axel Schmitt und Cosima Winkelmann-Fietz zu einem Thema zusammen, das den ganzen Tag spürbar war: “Gemeinschaft Sichtbarkeit”.


Foto: Claudius Pflug, Berlin


Ehrengäste, die zeigen, dass das Handwerk gehört wird


Dass der Konditoren Summit 2026 über die Branche hinaus Aufmerksamkeit erzeugt hat, zeigte sich auch in den Grußworten. Bundesminister Alois Rainer (BMLEH) wandte sich per Videobotschaft an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Parlamentarische Staatssekretärin Gitta Connemann (BMDS) brachte es auf den Punkt: „Gemeinsam die süße Zukunft gestalten – das unterstreiche ich zu 100 Prozent.“ Roland Ermer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, war persönlich vor Ort und betonte in seinem Grußwort den Schulterschluss der Gewerke. Ebenso persönlich vor Ort Holger Schwanecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Er forderte in seinem Beitrag verlässliche Rahmenbedingungen für das Handwerk: „Denn nur wenn Ausbildung, Fachkräfte, Energie, Bürokratie und Steuern zusammengedacht werden, kann das Konditorenhandwerk auch künftig so erfolgreich sein, wie es dies über Jahrhunderte hinweg war.“


Foto: Deutscher Konditorenbund


Über den Tellerrand – im wahrsten Sinne des Wortes


Ein toller Anblick bot sich auch beim Blick durch den Saal, wo ein Teil des Caterings und Kooperationspartner während der gesamten Veranstaltung ihren Platz hatten. Die Gemeinschaft unter den Gewerken war die sprichwörtliche Kirsche, denn so brachten die Bäcker das Brot, die Nationalmannschaft der Fleischer des Deutschen Fleischer-Verbandes e.V. (DFV) den Aufschnitt, Konditoren das Süße. Drei Gewerke, ein Event, eine leckere Tafel. Federführend organisiert von Steffen Blunck und der BLUNCK Pâtisserie GmbH, unterstützt durch die Kooperationspartner, sei es mit Kaffee, Butter, Käse oder süßen Leckereien.


Fotos: Claudius Pflug, Berlin


Samstag: Freisprechung, Mitgliederversammlung, 300 Jahre und eine neue Konditorin des Jahres.


Am Samstag fand die Freisprechungsfeier der Konditoren-Innung Berlin statt. Tobias Menge, Obermeister, sprach die frisch gebackenen Gesellinnen und Gesellen frei – in einem Jahr, das für die Innung selbst ein historisches war: 300 Jahre Konditoren-Innung Berlin.


Auf der anschließenden öffentlichen Mitgliederversammlung des DKB wurde Präsidentin Bettina Schliephake-Burchardt einstimmig wiedergewählt. Auch ihr Vizepräsident Michael Wiecker und der zur Wiederwahl stehende Vorstand erhielten ein einstimmiges Ergebnis und wurde für die kommende Amtszeit bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Martin Rößler aus Nürnberg, Konditormeister, Schokoladensommelier und Inhaber der Konditorei Café Beer.


Foto: Deutscher Konditorenbund


Den Abschluss bildete die Siegerehrung des “Konditor des Jahres” durch den CondiCreativClub, der parallel zum Konditoren Summit in den Räumlichkeiten der “Akademie der Konditoren-Innung Berlin” ermittelt wurde. Den Titel “Konditor des Jahres 2026” gewann Kira Egitsch (Konditorei Schurr, Stuttgart) mit einem Konzept, das modernen Charakter mit tiefem Bezug zu Ursprung und Heimat verbindet. Platz zwei ging an Géna Junghans (Ganache Berlin) und Platz drei an Vanessa Kühnemund (Der Kuchenladen, Berlin).


Foto: Johanna Krimm


Danke an alle, die dabei waren


Der Konditoren Summit 2026 wäre ohne seine Kooperationspartner undenkbar gewesen. Unser herzlicher Dank gilt:

Albrecht + Neiss GmbH, Alrighty Coffee, BÄKO, Blunck Pâtisserie GmbH, Les vergers Boiron, Bombasei Decor GmbH, Brazzale S.p.a., Club der Confiserien, Manufacture Cluizel, Coca Cola, Dallmayr, DBL Deutsche Berufskleider Leasing GmbH, Kentaur A/S, Deutscher Fleischer-Verband e.V., Florida Eis, HACK AG, Heimbs, IBA, Kenwood, LUBECA, Mampe, Martin Braun KG, Mercedes Benz Niederlassung Berlin, Metro, Mini-Bäcker, Original Beans, PFERSICH Trendforum und Confis-Express, Prova, Radeberger, Rauch Säfte, Confiserie Reichert, Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH, RS’ 2, J.T. Ronnefeldt KG, Selters, SIGNAL IDUNA, Valrhona, Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V..


Weitere Fotos vom Konditoren Summit wurden von Claudius Pflug gemacht und stehen über den folgenden Link zur verfügung. Die Nutzung der Bilder zu privaten Zwecken und teilen in den sozialen Medien ist unter Nennung des Fotocredit: "Foto: Claudius Pflug, Berlin" erlaubt. Eine kommerzielle Nutzung ist nur nach Rücksprache erlaubt, bitte wenden Sie sich dazu an rensinghof@konditoren.de.


Den Link zur Galerie finden Sie hier: Bilder Konditoren Summit 2026 von Claudius Pflug


Der nächste Konditoren Summit findet 2028 statt. Weitere Infos folgen. Abonieren Sie hierzu gern unseren Newsletter oder folgen Sie uns auf Instagram.

 
 
 

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